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Tag: Hundeerziehung

... mein Gordon Setter zum Jäger wird?

Da wäre wohl als erstes die Wahl der Rasse zu nennen. Trotzdem wird jeder Hund, der über einen Hasen stolpert oder der den Flügelschlag eines Fasans auf seinem Fang spürt, ersteinmal nur von hinten zu sehen sein.

Jeder, aber auch jeder Hund vertreibt die fremde Katze aus seinem Revier oder scheucht die Tauben im Garten auf.

Jagdhunde haben da am ehesten den Gehorsam, sich aus der Hatz abrufen zu lassen, obwohl sie den auch nicht in die Wurfkiste gelegt bekommen haben.

Trotzallem kann man eine Menge dazu tun um im Feld, in Wald unf Flur keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

Da wäre als erstes die richtige Auswahl der Spiele mit dem Gordon Setter zu nennen.

Ballspiele, wohlmöglich noch mit einer Ballschleuder, trainieren den Hund auf wilde Verfolgungsjagten und lassen ihm beim Zurückbringen des Balles auch noch ein Erfolgserlebnis haben.

Auch Suchspiele mit dem Futterbeutel zeigen dem Hund, dass es sich lohnt eine Spur zu verfolgen.

In den ersten 1-1 1/2 Jahren sollte man ein unkontrolliertes Aufeinandertreffen von Jäger und Beute unbedingt vermeiden.

Erst wenn der Hund ein sicheres Gehorsam zeigt, kann man mit Spielen, wie sie oben beschrieben sind, anfangen.

 

Dabei sollte man selbst die Spieleregeln festlegen. Der Hund sollte im Sitz oder Platz beim Herrchen verharren, wenn dieser den Balloder den zu aportierenden Gegenstand wirft.

Erst nachdem entsprechenden Kommando sollte der Hund mit der Suche beginnen dürfen.

Es lohnt sich besonders, wenn man zwischen "Start und Ziel" ein ganz besonderes Leckerlie positioniert und wenn der Hund an dieser Stelle innehält, ein entsprechendes Kommando gibt. - Dies gibt einem später die Möglichkeit den Hund auszubremsen.

Das beste ist jedoch ein 99 prozentig (es gibt keine 100 %) parierter Doppelpfiff. Wir erinnern uns: "Komm sofort auf direktem Weg zurück und sitz vor."

Wenn zu Haus alles toll gelingt, ist das noch lange keine Garantie dafür, dass das im Feld auch so ist.

Es besteht durchaus die Möglichkeit den Hund langsam an diese Ablenkungsreize zu gewöhnen. So kann man z.B. an einem Teich oder See gezielt Stellen aufsuchen, an denen Enten gefüttert werden.

Versucht man nun den Hund "bei Fuß" an langer Leine daran vorbeizuführen (gern auch mit einem Leckerlie in der Hand), eröffnet sich einem die beste Gelegenheit seinen Hund zu deuten.

Schon wenn man bemerkt, dass sich der Hund für das Gewimmel interessiert, sollte ein "Nein!, Fuss!" ihn korrigieren.

Es ist keine Schande stehen zu bleiben und zu warten bis sich der Hund an die Schmankerl in der Tasche seinen Besitzers erinnert und sich bei Fuß einordnet.

Hat unser Gordon Setter die Übung erfolgreich gemeistert, verdient er überschwegliches Lob. Denn er hat gegen seine Natur gehandelt und einen absoluten Gehorsam gezeigt.

Wenn kein See in der Nähe ist taugt auch die Stelle wo die älteren Herrschaften die Tauben füttern, der Wildpark oder der Hühnergarten bei Meyers hinter dem Haus.

Bevor man nun das Erlernte in freier Wildbahn anwendet, sollte man sich unbedingt bei den zuständigen Jagd- und/oder Forstbehörden darüber informieren, ob und wann die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit besteht bzw. in welcher Zeit sie aufgehoben ist.

Dort findet man in seinem Bestreben nach verantwortungsbewusster Hundeerziehung fachlich kompetente Unterstützung.

Geht es dann das erste Mal ins freie Feld, ist der Hundehalter doppelt gefordert. Er sollte einerseits ständig seinen Hund im Blick haben und andererseits alles im Umfeld, speziell die Gegend aus der der Wind kommt, im Auge behalten.

Wir Menschen haben die besseren Augen und können mit ein wenig Übung das eine oder andere paar Löffel früher sehen als unser Gordon Setter. Dennoch weiss unser Setter längst wo was ist.

Hund und Halter sollten nie zu weit auseinander sein. Denn mit jedem Meter größeren Abstandes, vergrößert sich die Anzahl der möglichen Fährten in der dritten Potenz...

Sind im offenen Feld auf frisch gepflügtem Acker 10-15 m noch vertretbar, so können im Wald oder im Knick 3 m schon zu viel sein.

Sowie die Nase runtergeht und die Rute unkontrolliert zu schlagen beginnt, ja selbst wenn der Gordon Setter nur stehen bleibt und die Nase in den Wind hebt, ist es allerhöchste Zeit seinen Hund zurück zu rufen um wieder seine Aufmerksameit auf den Besitzer zu lenken.

Eine Belohnung, für die er sogar Handstand machen würde, ist hier und auch bei allen "Trockenübungen" angebracht.

Diese Trockenübungen sind hilfreich seine eigene und die Ansprechbarkeit des Hundes zu überprüfen.

Diese kann sich nämlich bei unserem Gordon Setter in Sekunden von 100 auf 0 reduzieren.

Kommt dann noch eine heiße Spur, ist der Hund erstmal verschwunden. Läuft dann der Besitzerauch noch panisch hinterher, freut sich unser Gordon Setter, dass wir nun schon im Rudel jagen. (Vergleiche Teil 2: Ein Leben an der Leine?)

 

In diesem Fall sollte man wirklich, und wenn es noch so schwer fällt, langsam den Rückweg einschlagen und durch gelegendliches Pfeifen oder Rufen seine eigene Position anzeigen.

Mit dieser Situation ist etwas passiert, was besser nicht passiert wäre. Aber trotzdem ist noch nicht alles zu spät:

Zunächst einmal kommt der Hund zurück, denn der hat, wenn er wieder bei Verstand ist, eine ähnlich große Verlustangst wie wir.

Die Wahrscheinlichkeit, dass er diese Exkursion unverletzt übersteht, steigt mit der Sorgfalt bei der Auswahl des Geländes, das wir für unser Debüt auserkohren haben.

 

Schade ist nur, dass unser Gordon Setter bei seiner Hatz eine Art Glücksgefühl erlebt hat, das sofort süchtig macht.

Er kann uns nicht hören, denn all seine Sinne sind auf die Beute fokusiert.

Darum den Hund auf keinen Fall strafen wenn er endlich zurück kommt. Lob hat er sich auch nicht verdient.

Schafft man es solch ein Szenario zu vermeiden bis der Hund begriffen hat, dass seine Freiheiten potentiel zu seinem Gehorsam steigen, ist die größte Hürde überwunden.

 

Hat man von Anfang an all diese Tipps beherzigt, ist das trotzdem noch kein Garant für den Erfolg.

Aber es besteht eine reelle Chance.

 

Darüber hinaus ist es wirklich ratsam regelmäßig mit einem professionellen Hundetrainer zusammen zu arbeiten, um die eigenen Fehler beim Umgang mit seinen Gordon Setter zu erkennen. So schnell schleichen sich Inkonsequenz, Ungenauigkeit und aus Bequemlichkeit akzeptiertes Ungehorsam ein, die man mit seiner eigenen "Betriebsblindheit" oder der rosaroten "Herzchenbrille" nicht erkennen kann, bzw. will.

 

In letzter Konsequenz bleibt nur ein professionell begleitetes Jagdtraining, oder eine jagdliche Ausbildung.

Dies wiederrum macht nur Sinn, wenn der Gordon Setter rechtzeitig ausgebildet wird.

Jeder Hundebesitzer outet sich als Tierfreund und zwar nicht nur gegenüber Hunden, sondern gegenüber allen Tieren.

 

Stellen wir uns doch nur einmal vor, unser Hund findet, von uns unbemerkt, ein Entengelege. Er zerbeißt ein Ei, vertritt dabei zwei weitere und hinterlässt dabei eine Duftspur, die es den Enten unmöglich macht dort weiter zu brüten.

 

Multipliziert man die durchschnittlich 6 Eier mit der Restlebezeit des Hundes (sagen wir 8 Jahre), dann bedeutet das bis zu 17.034 Enten weniger und wir haben es noch nicht einmal bemerkt.

Die zum Teil unnachgibige Haltung von Tierschützern, Rangern und Jägern hat also manchmal durchaus ihre Berechtigung.

 

Der zweite Teil des kleinen Hunde 1x1 ist online.

Thema diesmal: Ein Leben an der Leine?

Tipps und Gedanken über das richtige Verhalten beim Spazierengehen mit oder ohne Leine. So vermeiden Sie brenzliche Situationen!

 

Da geht man ganz sorglos mit seinem Gordon Setter an der Leine spazieren und plötzlich kommt ein anderes Gespann um die Ecke. Und dann noch auf der selben Straßenseite und direkt auf einen zu. Irgendwie ahnt man schon, was gleich passiert und versucht deshalb die ersten Anzeichen seines oder des anderen Hundes zu deuten:

Stellt sich da schon eine Bürste auf? Wird irgendwo ein Kopf abgesenkt Ohren nach hinten gelegt oder die Rute steil aufgerichtet und nur noch ganz kurz bewegt?

 

Unsere Gordon Setter Hündin Ashanti hat die Leinenbefreiungsprüfung bestanden!

 

Am 1. April 2006 trat in Hamburg das neue Hundegesetz in Kraft. Seit dem 1.1.2007 sind alle Hundehalter demnach verpflichtet ihre Hunde grundsätzlich anzuleinen. Um seinen Hund dennoch frei laufen lassen zu können, ist  gem § 4 Abs 1 HundeG eine Gehorsamsprüfung notwendig -  die sogenannte Leinenbefreiungsprüfung.

Es wird nicht nur geschaut, ob der Hund gehorcht und dazu in der Lage ist in der Großstadt ohne Leine unterwegs zu sein, auch ein kleiner Wesenstest ist Bestandteil.

Wir freuen uns und sind stolz, dass unsere Ashanti mit Bravour bestanden hat!

 

Wie Ihr vielleicht schon bemerkt habt, gibt es einen neuen Menüpunt: Kleines Hunde 1x1

In mehreren Teilen wird es hier persönliche Ratschläge und Hundetipps geben. Anleitungen für Setteranfänger sowie Denkanstöße für alte Hasen.

Der erste Teil ist schon online: Hundeerziehund leicht gemacht?? - Ein paar Gedaken über Hundeerziehung...

Hundeerziehung leicht gemacht??

Mit solchen oder ähnlichen Titeln findet man viele gutgemeinte Ratgeber, die einem bei den ersten Schritten mit seinem Hund begleiten und unterstützen sollen.

Der Titel ist aber schon ein Widerspruch in sich. Wer es versucht, möglichst einfach zu einem wohlerzogenen Hund zu kommen, wird über kurz oder lang Schiffbruch erleiden. Darüber hinaus gibt es kein Patentrezept für die Hundeerziehung, denn es gibt mindestens so viele richtige Erziehungsmethoden wie es Hunde gibt und wahrscheinlich 10 mal so viele falsche.