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Der Gordon Setter - Ein Jagd- oder Familienhund?

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Was zeichnet den Gordon Setter aus? Sollte er jagdlich geführt werden? Ist er überhaupt ein geeigneter Familien- und Begleithund? Ist er kinderlieb oder eher leicht reizbar und ständig unter Strom? Und ist er denn ein guter Jagdhund und was unterscheidet Jagdhunde eigentlich von anderen Hunden?

Fragen über Fragen, die sich vielleicht nicht nur dem Setterinteressierten stellen, der gerade kurz vor der Qual der Wahl steht, sich für eine geeignete Hunderasse entscheiden zu müssen.

Historisch gesehen ist der Gordon Setter eindeutig ein Jagdhund. Jahrhunderte lang wurde der Gordon Setter wie alle anderen Setterrassen darauf selektiert möglichst effizienz und ausdauernd und selbstständig Beute aufzuspüren und bei Erfolg dies dem Herrchen durch Vorstehen anzuzeigen. Eine gute Nase und vor allem gute Augen sind somit für den Setter ausschlaggebend. Natürlich aber auch ein starker Jagdtrieb. Ein starker Jagdtrieb? Also doch eher ein Jagdhund?

"Jagdtrieb" ist für viele eine eher negativ konnotierte Eigenschaft. Sie klingt nach Unkontrollierbarkeit und rein triebgesteuertem Hetztrieb.
Zumindest auf einen guten Jagdhund und somit auf einen Gordon Setter, kann dies allerdings, wie wir gleich sehen werden, nicht zutreffen. Denn: Ein Hund der in Blutrausch gerät und über den nicht nur der Mensch die Kontrolle verliert, sondern der sich selbst kaum noch kontrollieren kann, ist nicht nur kein guter Jagdhund sondern für die Jagd oder jegliche Aktivitäten im Freien völlig ungeeignet. Ein Hund, der einmal ein Tier anfällt oder sogar reisst, beschert seinem Halter nicht nur unerfreuliche rechtliche Konsequenzen, er ist auch für die Jagd völlig unbrauchbar. Einen guten Jagdhund, wozu die Setter ohne Frage zu zählen sind, zeichnet etwas ganz anderes aus und nur in diesem Zusammenhang wird klar, was für hohe Anforderungen an einen Jagdhund zu stellen sind. Ein Setter, der Minuten, Stunden oder gar Tage damit verbracht hat unermüdlich in Wald, Moor und Wiese nach geeigneter Beute zu suchen, darf eben nicht vor Freude drauf los stürmen, sobald er endlich fündig geworden ist. Kaltblütig und voller Konzentration bleibt er stehen und als wäre das nicht genug, setzt sich der Setter ganz in Ruhe hin und wartet auf das nächste Kommando. Auch von direkt neben ihm abgegebenen Schüssen lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Ein guter Jagdhund muss stets kontrollierbar und abrufbar sein.
Er hat die Anlage zu Gehorsam und Gelehrsamkeit, ist aufmerksam und hält stets, auch bei großräumiger Suche, guten Kontakt zu seinem Herrchen.

Also ein Jäger durch und durch? Deshalb für das Familienleben eher ungeeignet? Nein! Denn das eine muss das andere nicht zwangsläufig ausschließen. Ja wenn man den Gordon Setter betrachtet, ergänzt es sich sogar. Tief in der Brust des Gordon Setters schlagen zwei Herzen: Im Feld ist er ein ausdauernder Läufer und Arbeiter, doch zu Hause ist er ein lieber, sanftmütiger und sehr gelassener Familien- und Hofhund. Während der Gordon Setter im Feld vollkommen konzentriert oder sogar etwas angespannt erscheint, so ist er in seinem vertrauten Heim das totale Gegenteil: Ruhig und anschmiegsam, ja sogar ein wenig verträumt. Der Gordon Setter hält sich sogar für einen richtigen Schoßhund.

Doch auch die Charaktereigenschaften, die er als professioneller Jäger mit sich bringt, sind durchaus auch für den Familien- oder Begleithund wichtig und prädestinieren ihn.

Ein Hund, der Spaß am Lernen, Arbeiten und an Problemlösungen hat, ist nicht nur leichter zu erziehen, er ist auch ein treuer und aufmerksamer Freund, der bereit ist sich zu integrieren und anzupassen.

 

Wie musst nun die Frage aller Fragen richtig beantworten werden?
Ist der Gordon Setter eher ein Jagd- oder Familienhund?

Selbstverständlich kann der Gordon Setter auch als reiner Familienhund geführt werden, wenn man seinem Anspruch auf reichlich Bewegung sowie ständiger geistiger Beanspruchung durch Lernen und Ausbilden gerecht werden kann. Wer mit seinem Gordon Setter arbeitet, ist der größte für den Hund.
Bei jedem Spaziergang sollten sowohl Freilauf als auch Gehorsamsübungen und Unterordnung eingeflochten werden. Allein physische Belastung füllt den Gordon Setter nicht aus. Er will seinem Herrchen gefallen und die ihm gestellten Aufgaben perfekt arbeiten.


Hieraus ergibt sich schon, dass man mit dem Entschluß, einen Gordon Setter zu holen, gleichzeitig ein großes Maß an zeitlicher Aufopferung eigeht.
Ein mental unterforderter Gordon Setter mutiert sehr schnell zu einem Hund, der sich selbst beschäftigt und das geht nie mit den Interessen des Besitzers einher, sondern lässt die Vermutung aufkommen , daß man das destruktiveste Monster auf der ganzen Erde sein eigen nennt. Wink

Es ist beim Gordon Setter wie bei vielen Sachen: Es kommt darauf an, was man drauß macht!

 

 



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