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Rüde oder Hündin?

Welcher Hund passt zu mir?

Sehr viele Frauen beantworten diese frage eindeutig mit: „Rüde, ganz klar ein Rüde!“ Warum ist das so? Ist es die Problematik der Läufigkeit, die Frauen mehr zu einem Rüden tendieren lässt? Oder suchen sie den beschützenden, kräftigen Begleiter an ihrer Seite? Wie auch immer, jede Entscheidung hat schon ihre Begründung. Aber schauen wir uns doch mal die geschlechtstypischen Unterschiede unserer Begleiter an und beginnen mit den Rüden:

1) Rüden werden größer als Hündinnen.

2) Sie haben ein höheres Aggressionspotenzial, dass allerdings nicht so nachhaltig ist wie das der Hündinnen, sprich Rüden sind eher in der Lage alte Konflikte ruhen zu lassen und sind weniger nachtragend.

3) Sie stellen oft immer wieder die Rangordnung im Rudel in Frage und versuchen ihr Ziel zum Alpha-Tier zu werden möglichst schnell zu erreichen weil erst diese Position es ihnen im natürlichen Rudel erlaubt ihre Gene weiterzugeben. Allein aus diesem Grund braucht ein Rüde eine viel konsequentere Erziehung als eine Hündin. Er muss viel öfter in seine Schranken verwiesen werden. Viele Rüden kommen schon mit einer erhöhten Position ihres Platzes nicht klar oder glauben, wenn ihr Körbchen an einem zentralen Punkt im Haus platziert ist, alles kontrollieren und auch kommentieren zu müssen.

4) Rüden sind, speziell in ihrem „Ich-habe-Stacheldraht-unter-den-Armen-Alter“ oft etwas übermotiviert und schießen mit ihrer Beschützerrolle und ihrem Revierverhalten über das Ziel hinaus. Von der Haustür über den Garten bis hin zu dem immer gleich bleibenden Weg der abendlichen Runde erstreckt sich ihr Revier, das mit entsprechend vielen Duftmarken auch als solches gekennzeichnet und verteidigt wird.

5) Wahrscheinlich haben Rüden auch einen etwas größeren Jagdtrieb, der sich aus der Tatsache erklären könnte, dass der Rüde bei den Ur-Ur-Urahnen der Hunde den Wurf und die Alpha-Wölfin miternähren musste. Bei Wildhunden oder verwilderten Hunden ist das jedoch nicht mehr der Fall.

Kommen wir nun zu den Hündinnen:

1) Hündinnen akzeptieren ihren Platz im Rudel viel eher und für einen wesentlich längeren Zeitraum als Rüden.

2) Daraus resultierend sind sie oft folgsamer und führiger als Rüden.

3) Die Problematik Läufigkeit wird oftmals überschätzt. Die Hündin reinigt sich normalerweise selbst und das „kleckern“ ist zumindest bei Hündinnen, die noch nicht geworfen haben, nicht der Rede wert. Auch das in der Zeit dutzende Rüden am Gartenzaun rumheulen gehört wahrscheinlich eher zu den Übertreibungen. Die Standhitze, also die Zeit, wo die Hündin einen Rüden zulassen würde ist mit ca. 5-7 Tagen ein überschaubarer Zeitraum. Etwa 6 Wochen nach der Läufigkeit setzt die Scheinträchtigkeit ein, die bei einigen Hündinnen gar nicht und bei anderen stark ausgeprägt ist. Im Extremfall kann es sogar bis hin zum Milchfluss oder zu Entzündungen des Gesäuges führen, was unbedingt einer tierärztlichen Behandlung bedarf. Auf diese Problematik wird aber noch in einem gesonderten Kapitel eingegangen.

4) Hündinnen haben eine geringer ausgeprägte Tendenz zur Dominanz als Rüden. Beobachtet man einmal Hündinnen beim Urinieren, dann kann man von einer ganz tiefen, fast sitzenden Position bis hin zu einer fast stehenden Hündin mit angehobenem Hinterbein alles finden. Letzteres wohl eher selten, weil es sich hier um extrem dominante Weibchen handelt, die als Ausnahme die Regel bestätigen. Alles in Allem hat also beides seinen Reiz: Der kräftige, stolze Rüde, der mit leicht gekniffenem Blick souverän sein Umfeld taxiert, genauso wie die elegante, feminine Hündin mit ihrem freimütigen Wesen. Es gibt jedoch keine Regel ohne Ausnahmen und sicherlich einige Hunde, die den oben genannten geschlechtstypischen Charaktermerkmalen absolut widersprechen und das ist auch gut so.

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